Mit Stücklisten arbeiten

Stücklisten sind spezielle Artikel, die wie ein Rezept aus Einzelteilen bestehen. Die Einzelteile einer Stückliste sind wiederum normale Artikel. Beispiele, die eine Stückliste notwendig machen, sind folgende:

  • Verkauf von Paketen eines Produktes mit unterschiedlichen Paketpreisen (1 Stück, 10 Stück, 100 Stück, …)
  • Pakete, die aus verschiedenen Einzelartikeln bestehen
  • Einzelkomponenten, aus denen ein Verkaufsartikel besteht, aber jede Einzelkomponente einzeln verwaltet wird.

Wie du mit Stücklisten arbeitest bei Billbee, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

In diesem Artikel

Stücklisten anlegen 

Um eine Stückliste anzulegen, musst du zuerst alle Artikel anlegen, die Teil deiner Stückliste sein sollten. Diese Artikel dürfen nicht den Typ "Stückliste" haben, sondern sie müssen im Reiter "Allgemein" im "Bearbeiten"-Fenster des Artikels den Typ "Normal" aufweisen. Bitte beachte, dass Artikel, die als Typ "Stückliste" geführt werden, nicht in einer anderen Stückliste enthalten sein können. Für jeden Bestandteil einer Stückliste muss ein Einzelartikel hinzugefügt werden.

Nachdem du die Bestandteile deiner Stückliste angelegt hast, kannst du deinen Verkaufsartikel anlegen. Der Verkaufsartikel ist der Artikel, den die Kund:innen über deinen Shop kaufen und der Verkaufsartikel besteht aus den einzelnen Bestandteilen der Stückliste. Dieser Artikel muss im Reiter "Allgemein" als Typ "Stückliste" zugewiesen haben. Wählst du im Artikel als Typ "Stückliste" aus, dann erscheint ein neuer Reiter "Stückliste", auf den du jetzt klickst. 

Klickst du jetzt im Reiter "Stückliste" auf den Button "Neue Artikelverknüpfung", dann kannst du die Einzelbestandteile des Artikels deinem Verkaufsartikel hinzufügen. 

1
Anzahl: Gib hier die Menge des Einzelbestandteiles ein, welche pro Stückliste verbraucht wird. Das bedeutet, wenn für den Verkaufsartikel 3 Stück des Einzelartikels benötigt werden, trägst du hier eine 3 ein.
2
Artikel: Wähle hier den Artikel aus, der Einzelbestandteil der Stückliste ist. Du kannst den Namen oder die SKU des Produktes eingeben. Nach Eingabe erscheint eine Vorschlagsliste, aus der du den passenden Artikel auswählen kannst. Es können nur Artikel vom Typ = Artikel hinzugefügt werden, eine Stückliste kann nicht aus anderen Stücklisten bestehen.

Nach dem Hinzufügen der Einzelbestandteile der Stückliste zu dem Verkaufsartikel, hast du noch zwei weitere Auswahlmöglichkeiten, um zu entscheiden, wie die Positionen in einer Bestellung behandelt werden sollen:

1
Lagerbestand: Hier wird dir angezeigt, wie viele Stücklistenartikel du aus den Lagerbeständen der einzelnen Artikel packen kannst. In unserem Beispiel sind das 9, weil von Artikel A-0001 nur noch 9 Stück auf Lager sind und das somit die maximale Anzahl ist.
2
Lagerbestand pro Artikel: Hier werden die Lagerbestände pro Einzelbestandteil angezeigt.
3
Einzelartikel der Stückliste beim Import zu Bestellung hinzufügen: Wähle aus, ob die Einzelbestandteile der Stückliste (d. h. die Artikelverknüpfungen, die dir hier in der Liste angezeigt werden) als Position in der Bestellung aufgeführt werden sollen. Das führt dazu, dass dir der Verkaufsartikel in der Bestellung angezeigt wird, mit dem Preis, den du im Artikel festgelegt hast. Außerdem werden alle Einzelbestandteile der Stückliste auch in der Bestellung als Bestellposition angezeigt, jedoch mit 0 € als Preis. Bitte beachte, dass diese Funktion nicht beim manuellen Anlegen einer Bestellung funktioniert, sondern nur bei Bestellungen, die über eine Shopverbindung eingelesen werden.
4
Gesamtpreise beim Import prozentual aufteilen: Diese Option wird dir erst angezeigt, wenn du Option 1 aktiviert hast. Aktivierst du diese Option, dann wird, im Gegensatz zu Option 1, zwar auch für jeden Einzelbestandteil der Stückliste eine eigene Bestellposition angelegt, jedoch wird der Preis der Stückliste prozentual auf die jeweiligen Bestandteile der Stückliste aufgeteilt. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Bestandteile der Stückliste unterschiedlich besteuert werden. In dem Beispiel aus dem Screenshot würde das bedeuten, dass 50 % des Preises der Stückliste auf den Artikel A-0001 fallen würden und 50 % auf A-0002. So können dann die Artikel auch korrekt besteuert werden in der Rechnung der Bestellung.

Je nachdem, wie du deine Stückliste auf deinen Auftragsdokumenten darstellen möchtest, musst du noch das Layout deiner Dokumente anpassen. Wo und wie du das machst, kannst du hier nachlesen. Bei dem Artikel mit dem Typ "Stückliste" muss die Lagerbestandsverwaltung deaktiviert sein, damit sich der Bestand der Stückliste aus den Einzelartikeln errechnen kann. Mehr dazu findest du hier.

Wichtig / zu beachten

Gewichtsberechnung bei Stücklisten

Beim berechneten Gewicht einer Bestellung gibt es zwei verschiedene Fälle: Du hast die Option "Einzelartikel der Stückliste beim Import zu Bestellung hinzufügen" (siehe Punkt 3. oben) aktiviert oder deaktiviert.

Ist die Option aktiviert und hat die Stückliste selbst ein Gewicht, wird es ignoriert und das Gewicht über die Gewichte der Unterartikel berechnet. Hier wird geschaut, welche der Stücklisten-Unterartikel auch tatsächlich in der Bestellung vorhanden sind. Bspw. kann es sein, dass ein:e Kund:in nach dem Import eine Position, die durch das Auflösen der Stückliste zur Bestellung hinzugefügt wurde, löscht. Das Gesamtgewicht wäre also geringer.

Ist die Option deaktiviert und hat die Stückliste selbst ein Gewicht, wird es wie bei normalen Artikeln mit der Anzahl der Position multipliziert und aufsummiert. Hat die Stückliste selbst kein Gewicht, wird das Gewicht ebenfalls so berechnet, als wäre sie aufgelöst worden, weil die Unterartikel ja trotzdem in der Bestellung enthalten sind und nur nicht aufgelistet werden. Hier wird davon ausgegangen, dass alle Artikel der Stückliste auch in der Bestellung enthalten sind, weshalb das Gewicht über alle Stücklisten-Unterartikel bestimmt wird.

Gewichte werden bei Billbee als Integer, also ganzzahlige Werte gespeichert. Wenn es also Positionen mit dezimalen Werten als Anzahl (0,65 bspw. als cm Angabe) gibt, kann das Ergebnis natürlich ebenfalls Nachkommastellen haben. Deshalb wird immer der kleinste ganzzahlige Wert, der größer oder gleich des dezimalen Gewichts der Position verwendet. Damit es nicht passiert, dass das berechnete Gewicht geringer, als das tatsächliche Gewicht des Pakets ist. 

Technisch bedingt ist es so, dass wir keine Gewichte größer des Werts 2.147.483,647 speichern können, also kann das Gewicht einer Bestellung maximal 2147483647 Gramm betragen (~2147 Tonnen). Das ist zwar eher unrealistisch, aber trotzdem ist es in der Vergangenheit immer mal wieder vorgekommen, dass einzelne Artikel so hohe Gewichte hinterlegt hatten, dass die Summe anschließend größer als dieser Wert war. Aus diesem Grund gibt es jetzt auch zwei neue (Fehler-)Events:

  • "Gewicht des Artikels zu hoch": Wird immer dann ausgelöst, wenn bei der Berechnung des Gewichts der Bestellung das Produkt des Artikelgewichts * Anzahl > 2147483647 g ist.
  • "Gewicht der Bestellung zu hoch": Wird immer dann ausgelöst, wenn bei der Berechnung des Gewichts der Bestellung das Event "Gewicht des Artikels zu hoch" ausgelöst wurde oder wenn das Gewicht der Position zwar < 2147483647 g ist, aber nicht zum Gesamtgewicht der Bestellung addiert werden kann, weil das Ergebnis dann > 2147483647 g wäre. Oder wenn bspw. das Gewicht der Bestellung passt, aber die Summe aus Bestellgewicht und Verpackungsgewicht > 2147483647 g wäre.

Wichtig ist, dass diese "zu hohen Gewichte", ignoriert und die Artikel so behandelt werden, als hätten sie gar kein Gewicht, da das in 99% der Fälle auf einen Fehler im Shop zurückzuführen ist. Du als Nutzer:in bekommst aber eine Notification oben über die Glocke und Bestellungen/Artikel, mit denen es Probleme gibt, lassen sich über die Events finden und korrigieren.

Hinzufügen der Artikelverknüpfung funktioniert nicht

Manchmal kann es passieren, dass das Hinzufügen der Artikelverknüpfung nicht funktioniert. Dann hilft es, wenn du zuerst den Verkaufsartikel ohne eine Artikelverknüpfung hinzufügst, anlegst und abspeicherst. Anschließend gehst du wieder in das "Bearbeiten"-Fenster des Verkaufsartikels und fügst die Artikelverknüpfungen hinzu.

Lagerbestandsverwaltung

Bei Artikeln mit dem Typ "Stückliste" darf keine Lagerbestandsverwaltung aktiviert sein, denn sonst errechnet sich der Lagerbestand der Stückliste nicht automatisch aus den Einzelartikeln. Das bedeutet, dass die Felder "Lager Ist" und "verfügbar" leer sein müssen und es darf auch nicht 0 als Bestand eingetragen werden.

Das Feld "verfügbar" findest du im "Bearbeiten"-Fenster deines Stücklistenartikels im Reiter "Lagerbestand". Mit einem Klick auf die Mülltonne wird der Bestand entfernt, welcher vielleicht in dem Feld steht. Wenn du den Inhalt des Feldes "verfügbar" löschst, dann wird dort der aus den Einzelartikeln berechnete verfügbare Bestand angezeigt und die Anzeige ist dann hellgrau und nicht schwarz.

Das Feld "Lager Ist" kannst du in der Artikelübersicht bearbeiten. Es kann je nach Darstellungseinstellung deiner Artikelübersicht sein, dass du das Feld zuerst über das Menü "Spalten" einblenden musst. Wie das funktioniert, kannst du hier nachlesen. Ist in dem Feld "Lager Ist" ein Bestand gesetzt, dann entferne diesen, denn nur so kann die Lagerbestandsberechnung von Stücklisten korrekt funktionieren.

War dieser Artikel hilfreich? Vielen Dank für dein Feedback Bei der Übermittlung deines Feedback gab es Probleme, bitte probiere es erneut.